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1. Etappe St. Jean-Pied-de-Port – Roncesvalles (Sonntag, 29.04.2018)

(Audio vom 30.04.2018) – Ups, ich werde heute 20, Moin, es ist ungefähr sechs Uhr, zehn nach sechs, genau, und ich bin schon wieder unterwegs. Es ist verdammt dunkel. Es macht auf jeden Fall Spaß zu laufen. Ich wollte hier noch das von gestern alles zusammenfassen und die Fahrt auch.

Während der Fahrt habe ich viel geschlafen im Bus, natürlich. Dann habe ich einen netten Mann aus Düsseldorf kennengelernt, mit dem ich dann auch den zweiten Bus und den letzten Anschluss genommen habe. Ich weiß leider nicht, wie er heißt, ich habe nicht danach gefragt. Ich habe ihn auch leider nicht mehr wiedergesehen. Er wollte sich noch einen Kaffee holen, bevor ich gestern (also Sonntag) losgelaufen bin. Er hat sicher kein Zimmer gekriegt. Ein paarmal hatte ich gestern ziemlich viel Glück, ich habe mein Regencape am Bahnhof liegen lassen und der Busfahrer hat das gefunden und rumgefragt, wem das gehört. Ohne dieses Regencape wäre ich gestern ziemlich in der Bredouille gewesen.

   (1. Etappe ca. 30 km St. Jean –> Roncesvalles (29.04.2018))
Danach ging es los und ich habe Max getroffen, einen Studenten aus Hamburg und mit dem bin ich dann ein gutes Stück gelaufen, ungefähr die ersten drei Kilometer, schätze ich. Es ging sehr steil bergauf, die Etappe war nicht mehr feierlich, sowas hatte ich nicht erwartet und auch noch nicht erlebt. Max war irgendwann wesentlich langsamer als ich, das heißt, ich bin vorgegangen.

Im Ort habe ich weder Bank noch offene Supermärkte gefunden. Das heißt, dass ich mit leerem Magen losgelaufen bin und das zweite Glück war dann ein Ire, den ich getroffen habe und der mir ein Stück von seinem Schinken-Käse-Baguette und eine Banane abgegeben hat. Ohne das wäre ich ebenfalls nicht viel weiter gekommen. Weil auf leeren Magen diesen Berg hochzurennen, wäre schon sehr stressig gewesen. Mit ihm bin ich dann zwischen 11 und 15 Kilometern gelaufen, bis er dann auch irgendwann nicht mehr konnte und ich die letzten drei Kilometer, die dann nur bergab gingen, wesentlich schneller gelaufen bin, weil ich das langsame Gehen, wo man sich bei jedem Schritt abbremsen muss, halt nicht so gut hinkriege. Ich bin da recht schnell runtergelaufen und habe eine Menge Leute überholt, zum Glück, weil ich mir schon dachte, dass es eng werden würde mit den Plätzen. Und so habe ich gut 20 bis 30 Plätze gut gemacht und war einer der letzten 10, die am Ende noch einen Platz bekommen habe, weil ich ja erst kurz vor vier da war. Das war aber noch relativ schnell find‘ ich. 6 Stunden, 25 km, 1500 Höhenmeter – kann man schon mal machen – der Ire zum Beispiel war seit 7 Uhr morgens auf dem Weg. In dem Haupthöhenteil, war ich also einfach mal zwei Stunden schneller als er. Ich habe dort also sowohl noch Unterkunft als auch eins der letzten Abendessen gekriegt. Abendessen war ziemlich gut, als Vorspeise gabe es eine Brokkolisuppe, dazu zwei Teller Nudeln, als Hauptspeise gabe es Pommes mit Hühnchen oder Fisch, im nachhinein hätte ich lieber Fisch genommen, Hühnchen war auch OK, aber ich mag es nicht so gerne, das vom Knochen aus zu essen. Ich war dann gut satt, es gab auch noch Eis zum Nachtisch. Ich habe dann für die Übernachtung 8€ und das Essen 10€ bezahlt, voll OK.

Ich habe dann da auch noch Deborah, eine nette Amerikanerin kennengelernt, eine Lehrerin und die erzählte, dass sie promoted wird aus Amerika komme. Außerdem einen Südkoreaner namens Pak, der auch ganz nett unterwegs war und ein paar Kölner, eine Münchenerin – also man lernt schon sehr viele Leute kennen.