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6. Etappe Sansol – Navarrete (04.05.2018)

(Audio vom 05.05.2018)
Gestern, wo bin ich losgelaufen – Sansol, Sansol. Wunderbar, bin ich los gelaufen, ja, war entspannt. Dementsprechen, ja, ich weiß nicht, um eins oder so war ich in Logrono. Logrono ist tatsächlich ziemlich groß, und bis ich da angekommen bin, ist auch nichts passiert. Ach doch drei Deutsche, die ich am Ende der zweiten Etappe getroffen habe, habe ich auf dem Weg wiedergetroffen. Sehr nett, war sehr witzig, weil die eigentlich dachten, ich wäre gefühlt schon kurz vor Santiago, haben uns kurz unterhalten, bin denen aber dann auch weggelaufen, weil ich einfach schneller laufe, als die allermeisten. Durch Logrono bin ich halt durchgelaufen, an den ersten paar Herbergen vorbei, weil ich eigentlich immer gerne Herbergen am Ortsausgang nehme, bin dann unterwegs in die Kirchen rein, zumindest in die zwei, die am Weg waren und habe dann irgendwann gemerkt, anscheinend sind alle Herbergen am Ortseingang. Und dann habe ich überlegt, gehst du jetzt weider zurück? – Logrono ist eine große Stadt, es ist schon ein guter Kilometer, den du da durch rennst. Abgesehen davon kaum ausgeschildert und große Straßen, also wirklich ein wenig verwirrend. Da läuft an mir so ein Typ vorbei und ich dachte mir nun gut, der sieht schon ziemlich deutsch aus, fragt mich nicht warum, aber man erkennt das schon. Ich sach so „Hallo“, er „Hola“ und geht weiter. Ich sitze da noch ganz entspannt, futtere mir noch ne Banane und einen Müsliriegel und dann bin ich aufgestanden und hinter ihm her. Hola, qué tal, dies und das, englisch und so und irgendwann meinte er, wo käme ich denn her, ja – Deutschland. Ja, er auch. Wieso reden wir dann englisch? Keine Ahnung, ich habe ja eben schon Hallo gesagt, aber das hast du anscheinend nicht mitgekriegt. Er so, jo korrekt, dies und das, ich bin der Markus. Das war der Markus dann. Mit dem war es ein bisschen anstrengend, aber es war superwitzig, weil ich persönlich glaube, dass er ganz leichte authistische Züge hat.Er hat mich sehr stark, also von dem was und wie er es erzählt hat, an einen Herren S.A. erinnert. Er hat so ein bisschen von sich und seiner Schulzeit erzählt. Hat sich in der elften Klasse mit den Lehrern angelegt, und mit Anwälten gedroht und wunderte sich, dass ihn alle gehasst haben. Er hat mir auch noch ein bisschen von der Arbeit erzählt, er ist Problemmanager bei O2 und was er für Leute kennengelernt hat und sowas, also gaaanz gaaanz viel gelabert, da habe ich noch so ein bisschen mit ihm diskutiert, über mein aktuelles Lieblingsthema, Antisemitismus im Deutschrap, war auch ziemlich witzig, weil wir zum Glück sogar einigermaßen ähnlicher Meinung sind, ähm, aber – ja – es war auch anstrengend, weil er ist halt eben dann – so sehr – reitet auf kleinen Dingen rum, kleine Fehler und weiß halt alles so eine Ecke besser. Wir haben dann eine Herberge gesucht in Navarrete, als wir da angekommen sind. Wir haben uns so aufgeteilt und irgendwann habe ich ihn nicht mehr wiedergefunden, wir hatten gesagt, wir treffen uns dann hier wieder, und er war weg. Dann habe ich ihn echt ne Viertelstunde lang gesucht und von wegen so, und wo isser denn? Der kann doch nicht weg sein. Der Junge ist dann einfach in die Herberge, die er gefunden hat rein und hat mich dann irgendwie vergessen, ich weiß es nicht. Ich habe die dann irgendwann auch gefunden, ich habe sofort seinen Stock da im Schirmständer stehen sehen, dachte mir auch sofort, alles klar, dafür gar nichts, da auch noch ein Bett gekriegt, ganz entspannt. Abends bin ich dann alleine essen gewesen, weil er auch meinte um vier oder fünf Abendessen zu gehen und ich denk mir so, wir sind seit einer halben Stunde hier, ich will da erst mal ein bisschen ausruhen, duschen, dies und das. Das heißt, ich saß da mit drei Neuseeländerinnen am Tisch, die alle so zwischen 50 und 60 waren, würde ich mal sagen. Die eine von denen hatte wohl am nächsten Tag Geburtstag. Die haben sich drei Monate Zeit genommen, um nach Santiago zu kommen, das heißt die laufen jeden Tag 10 bis 15 Kilometer. Sie kamen also aus Logrono nach Navarrete. [stutzt] Wo bin ich hier, wo muss ich lang? – Ich denke mal immer der Nase nach. An dieser Stelle mal vielen Dank, dass ich das nicht alles selber schreiben muss, bzw. dass das nicht unzensiert hochgeladen wird, das wäre zwar ziemlich witzig, aber irgendwie auch nicht. Genau, mit den drei Damen habe ich mich nett unterhalten, haben viel erzählt, waren sehr begeistert von den Kirchen hier, weil es in Neuseeland wohl keine alten Kirchen gibt, was irgendwo relativ klar ist, das stimmt schon -ah gelber Pfeil, das ist gut- und, das war dann so gestern eigentlich. Abends gab es da noch so ein Flamenco Festival. Fing um 10 an und um 10 macht die Herberge zu, hat man also nicht mitgekriegt, aber hey, als ob ich mich dafür interessier‘.
Bin jetzt seit viertel nach sieben wieder auf dem Weg, gerade aus Navarrete raus und habe gar nicht geguckt, wo ich heute ankommen möchte und werde. Also ich weiß, dass ich auf jeden Fall nach Najeda laufe, das sind so um die 20, schätze ich mal, aber ich weiß noch nicht, ob ich weiter gehe, oder ob es das dann ist. Also, ja mal sehen….