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8. Etappe Azofra – Belorado (06.05.2018)

(Audio vom 07.05.2018) So, ein weiterer Tag. Ja, ich bin heute mal was später los, also halb neun. Es ist bislang gar nicht so schlecht, weil ich mir heute mal wieder gedacht habe, ok, heute kommt mal wieder ne kurze Etappe, kannst du auch mal was länger liegen bleiben, demnach alles gut, bin natürlich ziemlich alleine, weil alle anderen sind schon weg. Aber ja – gestern:

Wir haben vorgestern in Azofra ja zusammengesessen und sind anscheinend zu dem Schluss gekommen, dass wir heute nach Belorado laufen, mit der Gruppe von Menschen, von denen ich auch ein Foto habe, das kann ich aber aktuell nicht runterladen. Ich habe mir gesagt OK, macht mal, bin ja erst um 8 los im Gegensatz zu den anderen, bin in Santo Domingo noch in die Kathedrale rein, also ich habe vorher noch mal einen Deutschen getroffen, einen anderen Markus, nicht den Authistenmarkus. Der andere Markus kommt aus Köln, war ganz korrekt, aber die sind nur bis Santo Domingo gelaufen, so bin ich fünf Kilometer mit denen gegangen, dann waren die auch schon fertig und da war noch eine sehr nette Dänin dabei, die auch ein bisschen Deutsch konnte. Dann bin ich in die Kathedrale rein, habe mir das alles angeguckt, die Hühnchen haben gekräht, ja gut, kein Glück für mich [?], bin dann erst mal einen Ort weiter, glaube ich, vielleicht auch zwei, ich weiß es nicht, habe da entspannt Pause gemacht, hab‘ mir gedacht, OK, der nächste ist zwei Kilometer weg, vielleicht nimmst du den auch noch mit. Und dann habe ich das tschechische Mädel, das ich von Azofra kannte, dass vierzig Kilometer laufen wollte dort getroffen. Sie machte auch Pause und ich dachte, na gut, meine Füße tun eigentlich noch gar nicht weh, ich komme einfach mal mit Dir mit, mal gucken, wie weit wir es bringen. Wir sind dann gelaufen. Auf dem Weg waren sehr viele kleine Städte, so dass wir alle zwei bis vier Kilometer ’ne kleine Pause gemacht haben, also oft. Haben uns ein bisschen in den Schatten gesetzt, was getrunken, was gegessen und superentspannt, also wirklich richtig entspannt durchgelaufen. So acht Kilometer vor Schluss war es dann bei mir so, dass ich so langsam nicht mehr so immens viel Bock habe, und ich auch zufrieden wäre, wenn es jetzt bald mal vorbei wäre. Dann sind wir noch dreieinhalb Kilometer in die nächste Stadt gelaufen. Das war auch keine richtige Stadt sondern eigentlich nur drei Häuser, aber da gab es ’ne Bar, da haben wir uns reingesetzt, ein bisschen was gegessen, also nur so einen kleinen Nachtisch, weil die Küche leider zu hatte. Wir wollten eigentlich mehr haben, aber gut, da machst du nichts. War like – war like – ich habe sehr viel Englisch gesprochen in den letzten Tagen – ich kriege übrigens von fast allen Leuten, mit denen ich Englisch spreche Komplimente, warum oder woher ich so gut Englisch reden kann und wo ich das denn gelernt hätte, das ist eigentlich ganz cool, ja. Ich weiß, dass ich nicht ganz schlecht englisch rede, aber jetzt weiß ich das auch von mehreren dritten. – Wir saßen dann da, und die Prämisse war eigentlich – yo, wenn wir hier eine Tortilla kriegen, dann rennen wir noch weiter, die fünf Kilometer, bis wir in Belorado dann sind, unser eigentliches Ziel – und – die gab’s dann nicht. Da haben wir uns dann was anderes gegönnt, und wir sagten uns, jetzt haben wir uns schon was gegönnt, dann können wir doch eigentlich auch zu Ende laufen. [OK, ich muss hier gerade ein bisschen gucken, die Wegführung ist ein wenig chaotisch.]  Und dann sind wir halt auch zu Ende gelaufen, waren dann ungefähr um sechs in Belorado. Oh, das war auch richtig geil, die letzten fünf Kilometer gehen komplett an der Hauptstraße entlang und am Anfang war das noch so megaweired, also es war übel komisch, aber irgendwann hast du dann gemerkt, die Leute, die da lang fahren hupen und winken dir. Und das ist halt nicht so vereinzelt, sondern ich glaube -gut in Konvois machen das weniger Leute, weil sie halt nicht die anderen Fahrer verwirren wollen- aber insgesamt, würde ich schon sagen, jeder vierte Wagen hupt und winkt. Also wenn die sehen, dass du noch so spät unterwegs bist, also es war so kurz vor sechs, die wünschen dir dann wirklich Glück und sagen yo, geil, dass Ihr noch lauft, und so. Gerade so die LKWs, da hast du dann so eine übelste Tröte, die haben mich am Anfang auch echt erschreckt, aber am Ende war es halt echt megacool, weil wir haben dann auch immer zurückgewunken zu den Autos und das war ganz nice, das war echt schön. Es hat dann echt nicht mehr ewig gedauert, bis wir in Belorado waren, es waren ja nur fünf Kilometer von da aus, wir haben auch direkt die erste Herberge genommen. Richtig schöne Herberge, die Betten richtig gut, also es waren richtige Matrazen und nicht nur so komische Sch…teile, die ich sonst hatte. Das waren richtig gute und Betten bezogen mit Stoff und nicht Plastik, sonst sind es meistens so abwaschbare Plastikdinger und da musst du dann selbst noch so einen Papierüberzug drüber ziehen und diese nun megabequem. Und da haben wir halt schon gefeiert als wir an der Rezeption standen, weil er meinte, Zimmer acht Bett eins und zwei, super, Bett eins zwei in Zimmer acht ist noch keiner. Und dann hast Du da tatsächlich ein Zimmer mit 18 Betten und wir waren die letzten, die gekommen sind. Das heißt, wir hatten das zu zweit komplett alleine und das war richtig cool, weil du konntest – die Herberge war sehr billig, das waren nur sechs Euro – aber du konntest für acht Euro quasi einen Extraraum buchen, wo weniger Leute drin pennen, und wir haben dann auch Leute getroffen. Also den Dan oder Daniel, von dem ich den Namen gestern nicht wusste, der wollte in irgend’ner Kirche schlafen, dass heißt, als ich in die Stadt bin, um mir was Geld zu holen, da habe ich den getroffen, da bin ich an dieser Kirche vorbei und habe gefragt, ehy, wo ist der? Die haben mir dann sofort gesagt, dass er in der Messe sei. Da war er nicht, aber er war in der Nähe da. Ich bin ihm dann auch sofort über den Weg gelaufen, meganett, also er hat sich megagefreut, dass wir es geschafft haben, überhaupt. Er meinte, ja, die Line ist auch da -Line ist ein Mädel, ich weiß nicht, ob ich da bereits drüber erzählt habe, die war jedenfalls vorgestern ziemlich betrunken, ich war abends noch mit der essen, weil kein anderer mehr wollte, megawitzig- und die war dann tatsächlich auch bei uns in der Herberge. Ich habe sie erst sehr sehr spät getroffen, aber war halt ganz cool die Leute noch mal wieder zu sehen. Die waren auch schon was früher da, haben aber auch keine Pause in Santo Domingo gemacht. Demnach hatte ich auch noch einen ganz netten Abend. Ich habe dann mit dem tschechischen Mädchen zu Abend – was heißt Mädchen, die ist über dreißig, also ’ne Frau – habe ich dann da zu Abend gegessen. War ganz gut auch, also der komische Rumäne war noch dabei, der kein Englisch spricht, oder kaum, der auch am Abend davor da war. Essen war nicht schlecht, war auch nicht besonders gut, aber mein Gott, ich bin satt gewesen. es war gar nicht so schlimm die fast 40 jetzt zu laufen, meine Füße tun jetzt auch noch nicht weh, bzw. nicht mehr, das heißt ich plane schon heute an die 22 bis 26, also entweder laufe ich nach San Juan oder ich laufe eins weiter, damit ich nach Burgos nicht 27 Kilometer laufen muss, sondern 20 oder so und dann schneller da bin und mir ein bisschen mehr dort angucken kann, weil Burgos soll wohl echt sehenswert sein. Ich werde dann auch durch Burgos wahrscheinlich laufen, also Burgos mir angucken und dann zum Schlafen eine Stadt weiter gehen, aber ja, das bleibt noch abzuwarten, Burgos ist noch eine gute Ecke weit weg. [Wo ist jetzt der Sch…pfeil-äh-ah-ja-OK] Jetzt erst mal gucken, wie weit ich komme, wenn ich heute nur 20 weit komme, mein Gott, dann mache ich halt noch einen Stop vor Burgos, oder ich laufe wirklich 30 nach Burgos rein und bleib‘ da, mal gucken, eigentlich sollten 25 kein Problem sein. Juut, ich denke mal, das wär’s jetzt erst mal, viel mehr gibt es gerade nicht mehr zu erzählen.