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9. Etappe Belorado – Agès (07.05.2018)

(Audio vom 08.05.2018)  So, da ist es schon wieder Zeit. Ja, ich weiß gar nicht welchen Tag wir haben, ich glaube wir haben Dienstag, dann müssen wir den neunten haben – oder? – Ja. Keine Ahnung. Ich bin seit gut kurz nach sechs unterwegs, es ist jetzt gerade neun. Ich komme gerade aus einer netten kleinen Bar, habe mir ein Frühstück, aus Ermangelung eines Supermarktes gestern, da konnte ich mir leider wenig kaufen, bzw. gar nichts, außer zwei Orangen, habe ich mir gerade ein Stückchen Tortilla, dat ist so Ei und Kartoffeln mit einem Glas Bananen-Erdbeer halt so ein bisschen, keine Ahnung, da war noch irgendwas anderes, ja Saft, halt, gegönnt. War sehr geil, ich hatte bis dahin auch echt Hunger, weil wir hier schon Villava -da waren wir schon mal, aber es heißt so ähnlich Villambistia . Wir sind glaube ich schon so sieben, acht Kilometer gelaufen zu dem Zeitpunkt, auf leeren Magen ist nicht so gut und so haben wir jetzt auch was gegessen. Es sind noch 14 Kilometer bis Burgos, in drei Stunden plane ich da zu sein, das ist dann halb zwölf, sollte machbar sein. Danach werde ich vermutlich eine Stadt weiter gehen. Also ich werde mir die Kirchen angucken, mal eben im Reiseführer gucken, was man sich sonst alles noch so anschauen soll und da auch mal vorbei gehen und mich dann so spätestens um drei mich auf den Weg machen noch zwei Kilometer weiter zu gehen. Aber das sollte kein Problem sein. [Hundegebell im Hintergrund] – Oh, hier sind lauter Hunde.

Gestern bin ich sehr spät los, habe ich aber auch in der gestrigen Aufnahme schon gesagt, demnach ist das alles sehr entspannt verlaufen, sagen wir es mal so, bin auch am Anfang super durchgekommen, anstrengend wurde es dann bis nach San Juan, da sind es elf Kilometer nichts, bzw. erst einen steilen Berg rauf, dann sehr steil runter, dann [lacht] sehr steil wieder auf und dann halt nur noch so ein bisschen bergab, was aber auch echt scheiße war, weil du durch so eine Brandschneise läufst, das heißt, dass da null Schatten ist, also da sind Wälder rechts und links neben dir, aber die werfen halt keinen Schatten, weil das Ding so breit ist und in der Nähe der Bäume du nicht gehen kannst, weil du dich übel hinlegen würdest, wegen des ganzen Gestrüpps und so, was da wuchert. Also der zweite Teil war nicht so cool, also es gab in der Mitte so eine Oase, also so nannte sich das. Das war ganz cool, so nach sechs Kilometern durch diese Schneise, also die ersten Kilometer waren ja noch mit Bergen, und dann bist Du so ein/zwei Kilometer auf dieser Scheise und dann merkst du halt, so nach der Hälfte soll was kommen und dann siehst du das und das sieht halt megacool aus. Es ist halt richtig putzig eingerichtet, so, da hängen überall Hängematten in den Wäldern drin, da lag auch einer drin. Ich denke mal zur Not kann man da auch pennen. Da lagen auch ein/zwei Matratzen und ganz viele direkt aus dem Baum geklöppelte Bänke und Tische und sowas, also einfach nur in der Mitte durchgesägt und lackiert und so kleine geschnitzte Totems, und Schilder in alle Herren Länder, ich glaube ich habe wenig Fotos gemacht, vielleicht sogar gar keins. Ich habe generell eigentlich fast komplett aufgehört Fotos zu machen, ich lauf irgendwie nur noch. Naja, ich versuch mal nochmal dran zu denken, mal gucken. So war ich dann in San Juan und hat mir einfach nicht gefallen da, also die Kapelle sah ganz cool aus, aber ich hab‘ dann da auch keine Lust gehabt da noch großartig rein zu gehen, habe da nur eine Herberge gesehen, und davor saßen so viele Menschen und ich wollte sowieso noch eine weiter, mindestens, da habe ich mir gedacht, gut dann läufst du hier durch nach Agès. Das hat doch noch länger gedauert, als ich eigentlich gewollt hatte, ich dachte, das wären nur zwei Kilometer gewesen, waren aber doch drei oder vier, gefühlt, zumal ich auf dem Weg noch ’ne Pause gemacht hatte. Bin dann dort ziemlich kaputt angekommen, waren dann ja auch wieder 27 fast 28, irgendwie sowas, war ’ne Ecke halt, aber ja, hab‘ ich ja so geplant, damit ich heute weniger nach Burgos laufen muss, bisschen schneller da bin. Ja und ich glaub das war auch soweit ganz gut, ich glaub‘ in fünf sechs Kilometern beginnt schon die Stadt. Ich will nicht sagen, wir sind schon fast da, aber hey. Ansonsten gestern: das Essen war übel gut, das hat mich echt ein bisschen beeindruckt. Also ich hatte mal einen gemischten Salat und der war auch -bisschenSpargel war da drin, Möhrchen, Thunfisch, Tomaten, grüner Salat natürlich, ich glaub das war es schon, nicht spektakulär, aber sehr lecker. Dann hatte ich Lamm und das war richtig geil, das war echt -wenn ich das für den Preis in Deutschland kriege, dann bin ich echt uiuiui, kann man mal machen. Also drei Gänge, zehn Euro, das ist eigentlich immer so. Also ich weiß nicht, der Horst hat ja gesagt, das wär‘ alles superbillig hier, Herberge für drei, vier Euro und so, das habe ich hier nicht gesehen, die meisten Herberge sind so zwischen – also das billigste, was ich hatte war sechs, die teuerste war zehn – also zwischen sechs und zehn sind die alle. Es gibt welche in die kommst du gegen eine Spende rein, aber die sind eigentlich immer sofort voll und sollen auch nicht so gut sein. Essen habe ich auch bis jetzt immer für zehn, ich glaube das teuerste war dreizehn Euro bezahlt, aber das ist dann auch drei Gänge, mal besser, mal schlechter, man wird meistens satt. Aber das gestern, das war echt richtig schönes zartes, leckeres Lammfleisch, richtig lecker gewürzt, also die Sauce war echt sehr gut und dabei halt mal Kartoffeln, du hast halt immer Pommes, immer, jeden Abend. Also das ist keine große Portion, wenn du das in einem deutschen Restaurant kriegst, keine Ahnung, die hast du schon auf, bevor der Keller wieder vom Tisch weg ist, das sind nur vier/fünf Stück, ne, aber es ist trotzdem jeden Abend dasselbe. Immer, wenn ich die Wahl habe, versuche ich irgendwas anderes zu nehmen zum Beispiel Reis als Vorspeise oder so was, habe ich einmal gehabt, war sehr geil. Keine Ahnung, mit dem Essen weiß ich noch nicht, wie ich da meinen Weg finde, hier. Frühstücken ist immer noch nicht so meins, ich ess‘ nicht gerne früh, sonst würg‘ ich mir immer zwei/drei Müsliriegel morgens rein, was dann erst mal so ein bisschen Energie gibt, für die ersten paar Kilometer. Heute habe ich aber insgesamt nur vier oder fünf dabei, die will ich über den Tag essen, weil man muss ja auch irgendwie ankommen. Eigentlich habe ich immer Bananen mit, habe ich aber jetzt wieder keine gefunden, also ich habe jetzt gestern schon Orangen mitgehabt, und Orangen esse ich eigentlich gar nicht mal gerne, weil die mir, wenn ich die in Deutschland habe viel zu bitter sind, ich muss aber sagen, dass die hier richtig schö saftig und süss sind, superlecker. Die machen dich natürlich nicht so satt, ist ja nur Wasser, aber gut Zucker [lacht], für einen kurzen Moment bist Du dann wieder gut dabei. Sieht vom Wetter her heute auch noch ein bisschen besser aus, also gestern war pure Sonne, das knallt total, aber da bin ich auch echt spät los, also selber schuld. Bislang -gut, wir haben erst halb neun-, aber es sieht auch aus als ist es relativ bewölkt, zumindest bedeckt, was ich sehr schön finde, weil es schon echt sehr warm wird, wenn die Sonne draußen ist. Ich werd auch überlegen, ob ich zwischen Burgos und Leon, die Landschaft wird ziemlich langweilig sein, alles flach, halb Wüste gefühlt sein und viele Leute haben mir das jetzt schon gesagt, dass Sie das machen, und ich habe mir gedacht, dass das eigentlich keine schlechte Idee ist, um zwei oder um drei aufstehen und einfach mal nachts laufen, weil da ist ja nichts an Städten und so, und du sollst einen sehr schönen Blick auf den Nachthimmel haben. Wenn du dann von der Landschaft sowieso nichts verpasst, ist das was, was ich mir auch vorstellen könnte. Wo ich mir denke, yo, vielleicht machst du das einfach mal, ein/zwei Tage, gehst du einfach los, bist um 10 Uhr morgens da, legst dich irgendwo hin, schläfst noch ein/zwei Stündchen dann gehst du ins Albergue und machst dir einen entspannten Tag. Das bleibt dann abzuwarten, wie ich das händeln werde, weil ich keine Lust habe diese Hochebene, wo null Schatten ist in der knallenden Sonne zu laufen. Sehen wir dann, heute erst mal Burgos, vielleicht eine Stadt danach.